WWW wurde 15 und SPAM bereits 30!
Der Siegeszug des Internets begann 1989 als Projekt am CERN in Genf. Die Abkürzung steht für „Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire“, also der Europäischen Organisation für Kernforschung. Wir erinnern uns: Das Internet begann 20 Jahre vor dem „WWW“ als militärisches „ArpaNet“ in den USA, um die Silos der dortigen Nuklearwaffen vor möglichen Raketenangriffen der Sowjetunion zu schützen.

Erst nachdem Tim Berners-Lee am CERN ein Hypertext-System aufbaute, trat das Internet seinen Siegeszug über die Universitäten bis in die Büros von Unternehmen und Wohnstuben der Bürger an. Für die meisten Zeitgenossen besteht das Internet seitdem als Synonym für „WWW“ (WorldWideWeb). Dabei gibt es im Internet noch ganz andere Dienste wie z.B. eMail (elektronische Post), FTP (FileTransferProtokoll, also Dateiübertragung), News (Usenet-Newsgroups) und IRC (InternetRelayChat).
Das Web sollte nach der Vorstellung seiner Erfinder alle verfügbaren digitalen Dokumente und Dateien mit Hilfe einer Verlinkung (Hypertext) miteinander vernetzen und die soziale und politische Aktivität der Nutzer begünstigen. Stattdessen stellte sich allerdings durch die fortschreitende Kommerzialisierung immer mehr Passivität der Nutzer ein. Man nutzte das Web kaum anders als das Fernsehen: Surfen, statt Zappen.
Erst durch den Begriff „Web 2.0“ fand das Internet ab September 2005 wieder seine aktive Perspektive. Eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente wie Wikis, Weblogs (Blogs) und Portale von Communitys wie Flickr (Bilddatenbank), YouTube (Videos), MySpace (Online-Netzwerk) wurden besonders unter jungen Nutzern selbstverständlich. Manche Zukunftsforscher meinen sogar, dass diese Dienste den passiven Rundfunk entweder stark verändern oder sogar langfristig ersetzen.
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Zur größten Killerapplikation (Durchbruch einer bestehenden Techologie) wurde „eMail“ als digitale Post. Bereits vor dem Internetzeitalter schickten sich Computer-Enthusiasten über Mailboxen (z.B. FidoNet, Zerberus-Netz), die wegen der damals vergleichsweise hohen Telekommunikationskosten immer nur wenige Minuten online waren, weltweit digitale Botschaften zu.
Erst als eMails durch das Internet zu einem massenhaften Phänomen wurden, begann eine Seuche, die heutzutage fast jeden Internetnutzer täglich heimsucht: SPAM.
SPAM wird oft auch als Junk (englisch für: „Abfall“ oder „Plunder“) bezeichnet, also Nachrichten, welche dem Empfänger unverlangt zugestellt werden und oft werbenden Inhalt haben (meist von Porno bis Viagra). Manche sind sogar gefährlich, weil sie vermeintlich von der eigenen Bank stammen, aber in Wirklichkeit nur Transaktionsnummern und Passwörter der Kontoverbindung durch Abfragen auf frisierten Webseiten habhaft werden wollen (Phishing), um dann weitergehende Betrügereien durchführen zu können.

Wer weiß schon, dass sich hinter SPAM ursprünglich ein minderwertiges Dosenfleisch verbarg? – „Spiced Pork And Meat“ stand in allen erdenklichen Variationen auf einer Speisekarte eines Cafes, das in einem Spam-Sketch der englischen Comedyserie Monty Python’s Flying Circus unnötig häufige Verwendung und Wiederholung erfuhr.
Guten Appetit beim Verspeisen des WWW- und SPAM-Geburtstagskuchens! 😉
Weblinks:
http://de.wikipedia.org/wiki/WWW
http://de.wikipedia.org/wiki/Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0
http://de.wikipedia.org/wiki/Spam