Der Januskopf des J.H.

Über Tote nur Gutes?

Kann ich nicht (immer). Ich hielt diesen Mann wegen seiner ausländerfeindlichen Hetze und seiner beschäftigungspolitischen Haltung in Bezug auf die NS-Zeit für einen sehr gefährlichen Menschen und Politiker. (Siehe Zitate im Wikipedia-Artikel)

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Bild: Wikipedia-Artikel "Jörg Haider"

Natürlich ist es phaetonal, pardon: fatal, wenn dann plötzlich der Volkswagen zum Leichenwagen wird.

So einen Tod, ausgerechnet zum 90. Geburtstag seiner Mutter, wünscht man selbst seinem ärgsten Feinde nicht.

Und seiner leidgeplagten Frau sowie seinen zwei Töchtern möchte ich meine herzliche Anteilnahme aussprechen.

In der Tageszeitung DIE WELT beleuchtet der österreichische Journalist Karl Wendl auch "die privaten, ruhigen Seiten des Ausnahmepolitikers" Jörg Haider, einem "Demagogen mit zwei Gesichtern", der das Tempo liebte: "in seiner Karriere, beim Autofahren, im Wechsel seiner Meinungen und Outfits."

http://www.welt.de/politik/article2563036/Joerg-Haider-war-ein-Demagoge-mit-zwei-Gesichtern.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Jörg_Haider

Nachtrag 15.10.2008:
Der Phaeton scheint ein Sondermodell von VW gewesen zu sein: eingebaute Minibar. – Resultat: 1,8 Promille bei 142 km/h (wo nur 70 km/h erlaubt waren).

Ist die Art des Todes und Sterbens eines Menschen nicht oft ein letztes Spiegelbild seines Lebens?
Vgl. Möllemann. Flieg nicht zu hoch, mein lieber Freund …
Und (nächtliche) Raserei endet eben auch oft tötlich.

Warum orientieren wir unser Leben nicht stärker am Wachstum der Bäume, an den Regenerierungsprozessen eines Flusses? –

Entschleunigung ist das Stichwort!
– "Eine Weltidee!", würde Dittsche als badebemantelter Stammgast im Eppendorfer Grill noch ergänzen 😉

Dann würden wir nicht mehr wie im Blind- oder Sturzflug durch unser kurzes Leben rasen, sondern die Früchte unserer langfristigen Arbeit und die Schönheit dieses besonders farbenfrohen Herbstes geniessen. (Habe gestern eine ausgedehnte Fahrradtour an Rhein und teilrenaturierter Emscher unternommen: Der einstige Kohlenpott ist grün, bunt und schön!)

Schönen "Tag des Herrn"!

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Als Antwort auf: "Berliner Republik" nun voll geschäftsfähig?

Berlin und Brandenburg sollten ja wieder zu Preußen werden, komischer Weise viel Bedenken. Bremen und Nidersachsen, hamburg und Schleswig – Holstein…. Gibt so einige Dinge, die man verbessern könnte…. Kommt vielleicht auch noch. Wenn man nachdenkt….

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"Berliner Republik" nun voll geschäftsfähig?

Das neue Deutschland, die sogenannte "Berliner Republik", vereint geboren Anno 1990, wurde heuer "volljährig" und damit voll geschäftsfähig.

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Aber ist die Republik angesichts von immer noch sechzehn Bundesländern wirtschaftlich wirklich fit für die Zukunft Europas und der globalisierten Welt? Müsste nicht endlich eine Neugliederung des Bundesgebietes – mit Integration der unnütz kostentreibenden Behördenapparate in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sowie dem Zwergstaat Saarland – vollzogen werden?

Zumindest länderüberschreitende Kooperationen der Landesministerien müssten in Angriff genommen werden, um allein schon angesichts einer immer weiter alternden Gesellschaft effizienter zu wirtschaften und Schuldenstände für die nachfolgenden Generationen abzubauen. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem und bei den Landesbanken waren Kooperationen bzw. Fusionen bereits ein Gebot fehlender Finanzmittel. Aber da fürchten Politiker und hohe Beamte wohl um ihre Ämter und Machtposten (Besitzstandwahrung zu Lasten der Steuerzahler).

Und der Bevölkerung wird weiß gemacht, dass sie ihre jeweilige landsmannschaftliche Identität verlieren könnte. Als NRWler kann ich da beruhigen. Auch nach 60 Jahren sind Westfalen und Rheinländer eigenständige Charaktere geblieben. Und die "Ruhries" aus dem einstigen Kohlenpott entdecken auch stetig ihre neu gewachsene Identität. Niemand käme deshalb aber auf die Idee weitere neue Bundesländer zu gründen!

Niemand, der ernsthaft politisch denken kann, wünscht sich Mauer, Stacheldraht und Minenfelder, SED und Stasi zurück. Aber angesichts von Turbo- oder Raubtierkapitalismus muss nach Freiheit (nicht nur für die Wirtschaft) und Gleichheit (vor dem Gesetz) auch an die Verwirklichung der Brüderlichkeit – heutzutage wohl besser Geschwisterlichkeit – erinnert werden.

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Die amerikanische Immobilien- und Finanzkrise, die sich Dank eines gewissen Dollar-Imperialismus (die Wertverluste des US-Dollars möglichst weltweit verteilen) zu einer weltweiten Krise ausweitet, weil nur noch 5 % des weltweiten BIP echte Warenströme ausmachen und 95 % vagabundierendes Kapital sind, wird auch Deutschland, das noch mindestens 20 Jahre an den finanziellen Folgen der Deutschen Einheit zu knappsen hat, auf Jahre beschäftigen. Auch hier lebt man einerseits durch immer mehr Konsumkredite – angeregt durch das Trommelfeuer von Werbung, die dem Götzen Wachstum gehorcht – über seine Verhältnisse, andererseits kummuliert das Kapital (Zins und Zinseszins gepaart mit Spekulationsgewinnen) in den Händen von Wenigen. Die soziale Symmetrie in Deutschland und der Welt gerät dabei aus den Fugen!

Wenn diese wenigen Reichen nun echten vaterländischen Geist besäßen (einige von ihnen wissen mit den Begriffen Wirtschaftsethik und Verantwortungselite durchaus etwas anzufangen!), dann unterstützten sie in unserer postmateriellen Gesellschaft Stiftungen für Kultur und Bildung, für Gesundheit und Altenpflege. Dann würden sie zum Wohle aller (siehe Artikel 14, Absatz 2!) in umweltschonende Energien und Landschaftspflege (nicht der politischen und unternehmerischen!) und in gemeinnützige Genossenschaften zur Daseinsvorsorge investieren. Warum wird z.B. der öffentliche Nahverkehr nicht so organisiert?

Vielleicht bekäme dann unser liebenswertes, landschaftlich reiches Vaterland auch wieder mehr Kinder, ein Indikator für Vertrauen und Zukunftsfähigkeit.

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Als Antwort auf: $$$ In God we trust? $$$

Und ausgerechnet aus dem protestantischsten alle Staaten kommt der kapitalistischste aller Kapitalismen…. Soviel zur protestantischen Ethik.

Aber die Habgier beherrscht die Menschen anscheinend. Braucht es also so ein kleines Armageddon? Sieht wohl so aus.

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$$$ In God we trust? $$$

Siegt sich nun der Kapitalismus zu Tode?

Oder folgt einfach nur auf die Todsünde der Gier die gerechte Strafe?
Wer als einfacher kleiner Anleger Zertifikate kauft, weil er sich von 2,5 % mehr Zinsen gegenüber seinem normalen Konto hat blenden läßt, aber die 150 Seiten des Ausgabekatalogs solcher spekulativer Papiere nicht versteht, ist an seinem Elend selber schuld.

Aber jetzt sind natürlich die Banker schuld! – Schuld ist der selbstverschuldet unmündige Bürger, der Opfer seiner Gier wurde. Ohne Nachfrage, kein Angebot!

Offenkundig hat eine unverantwortlich egoistische Ökonomie-Clique über Politik und Gesellschaft gesiegt. Wer kann einer globalisierten Welt, in der über 70 % des täglichen Kapitals rein spekulativ in Minutenschnelle um die Welt gejagt wird, gesetzlich Grenzen setzen und Kontrollen auferlegen? Es gibt keine Weltinstanz, die diesen Mammon-Wahnsinn stoppen kann! Nur der Verbraucher, sprich: Kunde, kann „nein“ sagen zum Teufelskreis des schnellen Mammons.

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Einer Gott vergessenen oder leugnenden Welt fehlt die Demut. Da wächst der Spekulant vermeintlich in den Himmel und stürzt am Ende umso fürchterlicher ab.

Wie sagte Jesus: Man kann nicht zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon.

Also haben wir uns zu entscheiden: Kaltes, tödliches Geld oder Gott, der die Liebe verkörpert.

Die Protestantische Ethik zähmte den unbändigen Kapitalimus durch Charakterbildung. Wird man nun durch Schaden endlich klug?

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Sport als neues Opium des Volkes?

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Am Sonntag, den 24.08.2008, gehen die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking (endlich) zu Ende.

Gut zwei Wochen lang nervte mich jeden Morgen nach der Morgenandacht im Deutschlandfunk das künstlich aufgeregte Sportgezeter und inhaltlich seichte Gefasel der Kommentatoren.

Und bei meinem Reihenhausnachbarn in Rente lief Olympia vielfach von morgens bis abends so lautstark heiß im Fernsehen, dass ich es noch auf der eigenen Terrasse dröhnen hören konnte. Seine fürchterlich banalen Kommentare und seine naiv-kindliche Freude zwischendurch hatte niemand bestellt und schon gar nicht abonniert. Ab Montag geht der Mann erstmal auf Entzug!  :p
Schade, dass man so ein dumpfbackiges Gehabe nicht einfach abschalten kann. Wie soll man dabei ein qualitativ gutes Buch lesen? – Ohren mit Watte verstopfen? Eremit werden? :-/
Muss der Intellektuelle ständig Rücksicht nehmen auf den Dummen, so wie der Nichtraucher (immer noch) Toleranz üben muss gegenüber dem Raucher? Wer schädigt da eigentlich wen? :-/

Nicht dass ich etwas gegen Sport an sich hätte. Als Radfahrer, Wanderer und gelegentlicher Schwimmer weiß ich, dass körperliche Betätigung Balsam für Leib und Seele ist.

Ich habe aber etwas gegen wichtigtuerische, Geld und Privilegien absahnende IOC- und NOK-Funktionäre, denen die Menschenrechte nicht so wichtig erscheinen, und den total durchkommerzialisierten Sport. Sportler aus den reichen Ländern erhalten durch Sponsoring immense Vorteile gegenüber Sportlern mit Idealen aus ärmeren Ländern.

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Und mir fällt auf, dass viele Menschen zehn Goldmedaillen mehr beschäftigen als 2.500 Tote in Georgien (Südossetien). Von den Hunderten im Mittelmeer abgesoffenen Flüchtlingen aus Afrika mal ganz zu schweigen!

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Und was ist schon der 40. Jahrestag der brutalen Niederschlagung des „Prager Frühling“ durch die Sowjets an Gedenken und Gedanken wert? – Prager Frühling hört sich für manchen eher nach verkaufsoffenem Sonntag in Prag an, so wie „Moerser Herbst“

Wer erkennt beim Gedenken des „Prager Frühling“ 1968 schon die Zusammenhänge mit Georgien 2008? Obschon auch die Georgier durch ihre fatale Militäraktion – ausgerechnet am Eröffnungstag der Olympischen Spiele – schwere Schuld auf sich geladen haben. Ob „ethnische Säuberungen“ und damit Kriegsverbrechen stattgefunden haben, muss noch ermittelt werden.

Der Sport entwickelt sich zu einem Massenphänomen, das bei der Bundesliga, beim Europapokal, bei Weltmeisterschaften und bei der Olympiade gottesdienstähnliche Züge bekommt. Der Fahnen und Hupen nutzende Autokorso als postkatholische Prozession. Die Schlachtrufe als penibel einstudiertes, liturgisches Ritual; Eröffnungsveranstaltungen als buntes Pontifikalamt. Arenen als Wallfahrtsorte. Medaillen und Pokale als Reliqien und Monstranzen.

So wie falsch gelebte, oberflächliche Religion das Hirn und damit den Verstand vernebelt, so verklärt heute der Sport manchen Kopf.

Kann es sein, dass man mit dem rauschartigen Konsum von Massensport die Menschheit von den wirklich existentiellen Themen des Lebens und dieser Welt ablenken will?

Bonbon zum Schluss:
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In einer der von mir geschätzten Morgenandachten berichtete in der letzten Woche ein Seelsorger: Während der Siegerehrung der Luftpistolenschützinnen habe die Georgierin Nino Salukwadse (Bronze) sich mit der Russin Natalja Paderina (Silber) umarmt, um damit gemeinsam den Wunsch nach einem Ende der zeitgleich zu den Spielen ausgetragenen Kampfhandlungen zwischen Russland und Georgien um das umstrittene Kaukasusgebiet Südossetien zum Ausdruck zu bringen. – Verbeugung vor diesen sportlichen Damen!
Zeitgleich habe es in der Schlagzeile einer russischen Boulevardzeitung geheißen: „Russland erschießt Georgien!“ – Vermutlich textete das ein Mann …

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Als Antwort auf: Pfingsten? – Was war da denn los?

Lieber Herr Raschke,

wie Sie schon richtig vermuteten, waren die „Pisa-Ergebnisse in Religion“ ironisch gemeint (wie so manches in meinem Weblog ;-)).

MfG, TN

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Als Antwort auf: Pfingsten? – Was war da denn los?

Lieber Herr Nolte,

im letzten Teil ihres Artikels sprechen Sie von den Pisa-Ergebnissen in Religion. War dies ironisch aufzufassen, oder gab es diese Ergebnisse wirklich? Falls vorhanden, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir deren Link oder Datei zusenden…

Ich verbleibe mit freundlichsten Grüßen

Matthias Raschke

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Als Antwort auf: Heiliger Michael, Heiliger Georg und der Welttag des Buches

Hallo Herr Nolte,

ich bin gerade auf Ihren Eintrag über Georg gestolpert. Hören Sie doch mal in meinen rein 😉

http://www.kirchevorort.de/bet3/einrichtg/kip/uploads/media/am0423_01.wma

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Als Antwort auf: Pfingsten? – Was war da denn los?

Der Philosoph I. Kant würde von „selbstverschuldeter Unmündigkeit“ sprechen. Die Gesellschaft ist in weiten Teilen (quer durch alle Schichten!) banal geworden. Das dient den Wirtschaftsinteressen, damit sich der Götze „Wachstum“ vervielfältigen kann, und sei es auf Kosten der Umwelt (ich sage „Schöpfung Gottes“).

Werteverlust?
Werte gehen nicht einfach verloren, sie wandeln sich aber. Und der Wertewandel beinhaltet auch die „Gottvergessenheit“ (wie es mein früherer Fundamentaltheologie-Professor J.B. Metz benannte). Die oberflächliche Religionssozialisation (reine Tradition, statt Inhalt) mündet allenfalls noch in eine gewisse Volksfrömmigkeit, die aber bei den erstbesten Belastungsproben (Tod, schwere Krankheit, Verbrechen) zusammenbricht. „Warum kann Gott das zulassen?“, erschallt es dann.

Die „Spassgesellschaft“ ist m.E. ein Produkt der „68er-Revolte“. Falschverstandene Freiheit äußert sich in Beliebigkeit. Das Abschneiden von guten Traditionen („Unter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren“; „Religion ist falsches Bewusstsein“) führt letztlich zur Entwurzelung des Menschen. Sinnleere tut sich auf.

Leider verstehen viele meiner Mitchristen nicht, diese Sinnleere positiv und konstruktiv zu füllen, weil sie selbst Schilfrohre im Wind sind (u.a. Opfer der Werbung und der schnöden Fernsehberieselung). Bedarf nach Sinn(-entwürfen) ist nämlich durchaus vorhanden. Vgl. Esoterik-Boom!

Ich jammere nicht über die Krise, sondern sehe in ihr eine Chance zu Umkehr und Neubesinnung.

MfG am Fronleichnamstag, an dem die Katholiken offensiv (mit der Monstranz – monstrare = zeigen – in den säkularisierten Straßen dem Leib und Blut Christi gedenken, TN

P.S. „Leib“ ist weit mehr als Körper. Es geht also in der Kommunion nicht um Leichenschmaus, sondern um Beziehung zu IHM, dem HERRN, dem Alpha und dem Omega. Der Leib schließt alle Beziehungen eines Menschen in seinem Leben und darüber hinaus mit ein.

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