Neues vom Projekt Open-Data und Schule

Zwei Studierende der Hochschule Rhein-Waal (Campus Kamp-Lintfort) legten am 18.08.2014 ihren Praxissemesterbericht vor. Das Praxissemester wurde bei der Stadt Moers in Kooperation mit dem Gymnasium Adolfinum durchgeführt.

Im Fach Politik/Wirtschaft (Klasse 9) und in Sozialwissenschaften (Qualifikationsphase 1 und 2 = Jahrgangsstufe 11 und 12) wurden frei verfügbare kommunale Daten (Open-Data) der Stadt im Zusammenhang mit den örtlichen Wahlergebnissen der Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahl mit einem Open-Street-Map basierten Webtool in Stadtteilen und Wahlbezirken visualisiert. Ein anderer, wirtschaftlicher Bezugspunkt waren die visualisierten Haushaltsdaten der Stadt im Vergleich zu visualisierten Bundeshaushaltsdaten in Form von Kachelgrafiken.

Der Praxissemesterbericht müsste, ausgehend von den im sozialwissenschaftlichen Unterricht sehr anschaulich behandelten Open-Data Themen Wahlen und Haushalt, auch für Lehrende und Lernende des Faches Informatik von großem Interesse sein. Die programmiertechnische Komplexität, die sich aus unterrichtlichen Fragestellungen der Lernenden und der Rohdaten-Lage ergab, ist erheblich und scheint in etlichen Teilen noch ungelöst, weil es zum Teil noch an gebrauchsfähigen und erprobten Tools oder generell an Erfahrungen mangelt. Der Bericht zeigt die engagierte Zusammenarbeit von Marc Macziejek und Holger Lieske mit den anderen Pionieren in der Open-Data Bewegung. Er weist auf den zukünftigen interdisziplinären Handlungsbedarf in Wissenschaft und Kommunen hin. Er bietet begabten, forschend Lernenden auch Stoff für eine schulische, Fächer verbindende Facharbeit in Jahrgangsstufe 11.

Claus Arndt (Stadt Moers), der das Projekt federführend leitet, schrieb heute via Facebook-Eintrag: „Es ist nur ein Zwischenschritt, denn das Projekt geht weiter: im Herbst mit 2-4 anderen Studis der Hochschule Rhein-Waal (E-Government) und natürlich mit Thomas Nolte. Im Frühjahr sollen zwei Bachelorarbeiten folgen und vorauss. im Sommer 2015 das Vorgehensmodell, das wir allen Interessierten (Schulen, Lehrer/innen etc.) an die Hand geben möchten.“

Das Projekt Open-Data und Schule sucht weitere Schulen im deutschsprachigen Raum, in denen die bisherigen Erfahrungen eingebracht und erweitert werden können. Denn offene Daten liegen mittlerweile in vielen Kommunen bereit. Die Schätze müssen aber auch noch programmiertechnisch gehoben werden. Da bietet sich die Zusammenarbeit von Hochschule, Stadt und Schule an.

Weblinks:

* Marc Macziejek, Holger Lieske: Praxissemesterbericht zum Projekt: Open Data und Schule (18.08.2014)

* http://wikis.zum.de/wikifinum/Open-Data (Projektseite im Wiki des Gymnasium Adolfinum Moers)

* Portal „Offene Daten Moers“ (Stadt Moers) 

* Stadt Bonn: Liste von Open Government Data in Kommunen, Bundesländern und Europa

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Evaluation: Fast ein Jahr Twitter-Bildungschat #EDchatDE

Seit dem 10.09.2013 gibt es via Twitter den Bildungschat #EDchatDE. Die rührigen Initiatoren sind André Spang (Kaiserin-Augusta-Schule (Gymnasium) in Köln; Musik / Kath. Religion; @tastenspieler) und Torsten Larbig (Schillerschule (Gymnasium) in Frankfurt; Deutsch / Kath. Religion; @herrlarbig). #EDchatDE findet wöchentlich dienstags zwischen 20 und 21 Uhr statt.

Eine Übersicht über die bisher behandelten Themen, über die jeweils in der Vorwoche demokratisch abgestimmt wird, befindet sich hier: http://www.andre-spang.de/wiki/index.php?title=EdchatDE

Dort werden auch die Regularien erklärt.

Die Abstimmung ist in folgendem Blog möglich. Dort stehen auch Hinweise / Weblinks zur Vorbereitung einer Session / eines Themas:
http://edchatde.wordpress.com/

Der 39. #EDchatDE am 08.07.2014 diente der Evaluation nach fast einem Jahr: „Top oder Flop?“
Meistens nehmen zwischen 40 und 50 Teilgebende an einer Session teil. Die allermeisten Stimmen waren sehr positiv, besonders bezüglich der allzeit souveränen Moderatoren Spang & Larbig. Lobend wurden auch Helfer im Hintergrund erwähnt, so z.B. Gabriele Cierniak (@gcierniak), die nach jeder Session eine Twitter-Statistik zu #EDchatDE postet, oder „snufkin“ (@frandevol) und Peter Ringeisen (@vilsrip), die sich um die Übersetzung der Fragen/Beiträge kümmern.

Die Verbesserungsvorschläge will ich hier nicht alle auflisten. Wer mag, kann sie hier unter F1:/A1: („F1: Was gefällt dir am #EDchatDE am Besten?“) und F2:/A2: („F2: Was würdest du gerne am Konzept des EDchatDE ändern? Gib uns konkrete Anregungen!“) nachlesen:
http://www.andre-spang.de/wiki/index.php?title=EdchatDE#Tweetprotokolle_zum_8.7.14_-_39._.23EDchatDE_.22Evaluation_nach_.28fast.29_1_Jahr_.23EDchatDE.22

Auch hier kann man die Anregungen für die Zukunft des #EDchatDE nachlesen:
http://edchatde.wordpress.com/2014/07/09/brasilien-deutschland-17-edchatde-zieht-bilanz-nach-39-folgen/

F1: bedeutet erste Frage, A1: Antwort auf die erste Frage.

 

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Schulportal Identity-Management LOGINEO (NRW)

Das LOGINEO Schulportal-Projekt begann 2011 als Kooperation der Stadt Köln mit dem LVR-InfoKom (LVR = Landschaftsverband Rheinland). Weitere Kooperationspartner sind das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN, Kamp-Lintfort) und die regio iT GmbH mit Standorten in Aachen und Gütersloh. „Das Projekt steht unter der Federführung von LVR-InfoKom als dem IT-Dienstleister des Landschaftsverbandes Rheinland.“ heißt es auf der Logineo-Website http://logineo.de/

2012 wurden 30 Pilotschulen gesucht, die mit Logineo 2.0 Erfahrungen sammelten. Logineo ist modular aufgebaut und beinhaltet in seiner Basisversion Groupware für E-Mail unter eigener Domain, Kalender und Adressbuch. Durch den regelmäßigen Austausch mit Schuldaten über LDAP (Vorname, Nachname, Rolle (Lehrer/Schüler), Klassenzugehörigkeit) kann ein LOGINEO-Nutzer mit nur einem Benutzernamen und Passwort (Login per Single-Sign-On (SSO)) auf die individuell angebundenen Anwendungen wie z.B. E-Mail, Dateimangement, interne und externe Blogs, Moodle, Wiki, Stundenplanverwaltungssystem zugreifen. Beim Identity-Management gibt es drei Arten von Konten mit entsprechenden Rechten: Lehrer; Schüler; Schuladministrator. Gehostet werden die Daten in den kommunalen Rechenzentren in Köln und Kamp-Lintfort.

Zugang zum inzwischen auch geschaffenen „netzwerk.logineo.de“ erhalten nur Lehrende der teilnehmenden Schulen. Andere Lehrende können über die o.a. Website einen Probezugang beantragen.
Genauso verhält es sich mit der Teilnahme am Logineo-Wiki.

In LOGINEO sollen zukünftig auch Mediatheken entstehen, die aus unterschiedlichen Quellen gespeist werden können: „LOGINEO bietet somit die Möglichkeit, User-generated Content (UGC) über die Schulgrenzen hinaus zu veröffentlichen. Auch der Ansatz der Nutzung freien Bildungsmedien (OER – Open Educational Ressources) wird möglich.“ (http://logineo.de/index.php/logineo-basis/mediathek-und-lernmittel/)

LOGINEO ist auch via Twitter erreichbar: https://twitter.com/LOGINEOTeam

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Open-Data und Schule

Das Gymnasium Adolfinum in Moers kooperiert in einem vermutlich bundesweit erstmaligen Projekt zu offenen kommunalen Datensätzen mit der Stadt Moers (Schulträger / Abteilung Zentrale Dienste) und drei Studenten der Hochschule Rhein-Waal. Einer der Studenten wird zu dem Projekt seine Bachelor-Arbeit anfertigen. Die 2009 gegründete Fachhochschule mit den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort bietet praxisnahe und Fachdisziplinen verbindende natur-, wirtschafts- und ingenieurwissenschaftliche Fachgebiete sowie Gesellschafts- und Gesundheitswissenschaften in 25 Bachelor- und vier Masterstudiengänge an. Open-Data ist ein Projekt im Studiengang E-Government.

Die Stadt Moers (100.000 Einwohner; Kreis Wesel) unterhält seit vielen Jahren eine vielfältige Internetpräsenz: Website, Blogs, tägliche Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken Facebook, Google+, Twitter mit hoher Dialogbereitschaft mit den Nutzern.

Neu dazu gekommen ist seit dem letzten Jahr das Open-Data Portal, das kontinuierlich mit weiteren Datensätzen befüllt wird: Haushaltsdaten, Kosten der Pflichtaufgaben und freiwilligen Leistungen, Wahlergebnisse nach Stadtteilen, Sozialstruktur, Infrastruktur, Geodaten, Bebauungspläne, …
http://www.offenedaten.moers.de/
https://twitter.com/OpenDataMoers 

Die Stadt Moers begann rasch nach Hamburg und Köln ein solches Portal für die Bürger kostenfrei anzubieten. Die Stadt Bonn, die ebenfalls Open-Data anbietet, listet die Open-Data Städte in Deutschland und Europa auf:

Unser Projekt beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie man offene kommunale Datensätze in der Schule nutzbar machen kann. Wir beginnen mit den Sozialwissenschaften in einer Klasse 9 (Politik/Wirtschaft) und in zwei Grundkursen in der Q1 (11, Wirtschaft) und Q2 (12, Zusatzkurs: Einführung in Soziologie, Politologie, Ökonomie), sowie einem Leistungskurs in der Q1 (Wirtschaft). Natürlich wurden auch andere Fachschaften wie Erdkunde und Informatik zum Projekt eingeladen. Möglicherweise ist es aber auch gut, in der Pilotphase erst einmal klein und übersichtlich zu beginnen.

Nähere Einzelheiten zum Projekt und zum Projektverlauf ab Montag (14.10.2013) dokumentieren wir in unserem Schulwiki WikiFinum„. Das Projekt wird zunächst bis Februar 2014 laufen.

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Jugend-Generationen vor und nach den Kriegen und in der Gegenwart

Heute hörte ich eine Sendung im Deutschlandfunk (DLF), die es wert wäre, mit heutigen Schülerinnen und Schülern, aber auch Kolleginnen und Kollegen verschiedener Fachbereiche interdisziplinär zu diskutieren. Zur Begründung zitiere ich weiter unten etwas aus der Programmankündigung und aus dem Sendemanuskript. – Braucht jede Generation ihren Krieg? – Was bedeuten Jugendlichen damals und heute 1848/49, 1914, 1933/39/45, 1968 und 1989/90? – Heute: Affirmation, statt Aufbegehren? 

Ich sehe mich – allein schon aus zeitlichen Gründen – nicht in der Lage, die Sendung zusammenzufassen; aber ich würde mich über eine inhaltliche Diskussion an dieser Stelle oder in sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ freuen. Ich habe dort ebenfalls auf diese beachtliche Sendung hingewiesen.

* Die Konsequenz der fehlenden politischen Jugend *
DLF, 22.09.2013, 09:30-10:00 Uhr, Essay & Diskurs

Scheidelinien der Politik (4/4): Das Ende der politischen Generationen?

Von Albrecht von Lucke

„Bei der heutigen Bundestagswahl werden die letzten Politiker der 68er-Generation ausscheiden. Damit geht eine hochpolitische Generation, womöglich die letzte? Der nachrückenden Jugend fehlt jedenfalls ein politisierendes Element.“

[…]

„Vor inzwischen bereits 90 Jahren entwickelte der Soziologe Karl Mannheim seine bis heute wegweisende Lehre über das Zustandekommen politischer Generationen. Sein Konzept war deshalb so innovativ, weil es mit den tradierten Generationsmodellen brach. Diese gingen stets von der Einheitlichkeit eines in einer Generation zum Ausdruck kommenden Zeitgeistes aus.

Mannheim entwickelt dagegen ein Stufenmodell unterschiedlicher Intensitäten innerhalb einer Generation. Das zentrale Kriterium für das Zustandekommen einer Generation ist dabei nicht der gemeinsame, quasi über allem wehende Geist, sondern der Konflikt zwischen den Generationen, aber auch und gerade innerhalb einer Generation.“

Weblink zur Sendung (zum Nachhören und Nachlesen): http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/2258887/

 

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Lehrervernetzung via Twitter durch #EdchatDE ab 10.09.2013

Die eifrig twitternden Kollegen André Spang (@tastenspieler) aus Köln und Torsten Larbig (@herrlarbig) aus Frankfurt riefen am 29.08.2013 „EdchatDE“ ins Leben. Immer dienstags zwischen 20 und 21 Uhr können sich Kollegen via Twitter über pädagogische Inhalte austauschen und ihre Vernetzung erweitern. „Das erste EdchatDE wird am 10.09.2013 von 20.00-21.00 Uhr unter dem Hashtag #EdchatDE durchgeführt.“, heißt es im informierenden Artikel im Wiki von André Spang unter http://www.andre-spang.de/wiki/index.php?title=EdchatDE

Dort gibt es auch weitere Informationen zur Herkunft der Edchat-Idee und eine Anleitung, wie man am besten teilnimmt. Um die Twitter-Tweets möglichst effektiv zu überblicken wird „Tweetdeck“ als Webanwendung empfohlen. Dieses Twitter-Tool gibt es für verschiedene Plattformen:
http://www.tweetdeck.com/

 

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Hirnforscher Gerald Hüther

„Um es Menschen in Zukunft zu ermöglichen, ihre Potenziale optimaler zu entfalten, müssen dafür günstigere Rahmenbedingungen geschaffen werden, muss eine auf Potenzialentfaltung ausgerichtete Beziehungskultur in Familien, Kindergärten, Schulen, Universitäten, im Berufsleben, und nicht zuletzt in den Kommunen entwickelt werden.“ (Gerald Hüther)

* https://www.facebook.com/geraldhuether/info

* http://www.gerald-huether.de/

* http://de.wikipedia.org/wiki/Gerald_Hüther

„Im Februar 2013 warnte der Sektenbeauftragte der Erzdiözese München und Freising vor Hüther und der ‚Sinn-Stiftung Entwicklung. Lernen. Zukunft‘“ mit Sitz in München und mit der deutschen Geschäftsstelle in 33758 Schloß Holte-Stukenbrock. (WP-Art. / Quelle: https://www.weltanschauungsfragen.de/informationen/informationen-a-z/informationen-s/sinnstiftung/)

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Precht: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern

In diesen Tagen kommt ein aufschlussreiches Buch auf den Markt. Beim „Zeitgeistphilosophen“ Richard David Precht scheiden sich oft die Geister. Wer aber via „Blick ins Buch“ nach relevanten Stichwörtern sucht, spürt, dass viel Lebens- und Schulerfahrung, sowie das Aufgreifen anderer Bildungskritiker in den Buchdeckeln steckt. Precht ist zudem Vater von vier Kindern.

Precht trat gestern in der diesmal gut besetzten Talkshow „3 nach 9“ auf und stellte dort seine Ideen zur Schule der Zukunft vor (http://www.radiobremen.de/fernsehen/3_nach_9/sendungen/april110.html (ca. 20 min)).

Richard David Precht: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern, München 2013, ISBN 978-3-442-31261-0, Buch: 19,99 EUR; Kindle-Edition: 15,99 EUR

Blick ins Buch: http://www.amazon.de/Anna-Schule-liebe-Gott-Bildungssystems/dp/3442312612/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1366451984&sr=1-1&keywords=precht#_

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Dossenheim zur Kreidezeit (5. Folge)

Das war heute (Do., 25.10.2012) eine spannende Sendung von 20:00 bis 21:45 Uhr!
Herzlichen Dank an @wilddueck @dunkelmunkel @lutzland @acwagner und alle Mitorganisierenden im Hintergrund der Bildungssendung „Dossenheim zur Kreidezeit“!

Die Gäste waren: Der Mathematiker und Philosoph Gunter Dueck, die Ausbildungsleiterin bei Heidelberger Druckmaschinen Sonja Mohr und der Wirtschaftsinformatiker und Hochschuldidaktiker Oliver Tacke.

Das Thema:

BILDUNG IM 21. JAHRHUNDERT
Was müssen Kinder und Jugendliche heute in der Schule lernen, um auf ihr Berufsleben in den nächsten 40 Jahren vorbereitet zu sein?
 
Die Sendung wird es demnächst auch zum Nach-Sehen geben:
http://dossenheim-zur-kreidezeit.de/

 
Außerdem wurden Fragen, Probleme und Kommentare auf einem Etherpad dokumentiert:
http://titanpad.com/kreidezeitlive5

 
Bei Twitter finden sich Fragen und Kommentare unter dem Hashtag #kreidezeit

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Alfred North Whitehead: Die Ziele von Erziehung und Bildung

In diesen Tagen erschien bei suhrkamp die Übersetzung erziehungsphilosophischer Essays von Alfred North Whitehead (1861-1947) unter dem Titel: Die Ziele von Erziehung und Bildung.

Herausgeber und Übersetzer sind Prof. Christoph Kann (Philosoph an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) und sein Wissenschaftlicher Mitarbeiter Dennis Sölch. In WDR5 fand jüngst im „Philosophischen Radio“ ein Gespräch mit Kann und ZuhörerInnen über Bildung und Erziehung statt:
–> http://www.wdr5.de/sendungen/philosophische-radio/s/d/16.09.2012-02.05.html (auch zum Nachhören)

„Für [Whitehead] ist Wissen nur dann fruchtbar, wenn es dem Lernenden erlaubt, sich gestaltend in der Welt zu bewegen, und zwar auf freiheitlicher Basis, so dass er, in einer Dynamik zwischen Lernen und kreativer Anwendung des gelernten Weisheit entwickeln kann.“

Das spricht den gegenwärtigen Reformprozessen in Schulen und Universitäten Spott und Hohn, die sich einzig an Kategorien wie Effizenz und Ökonomie ausrichten. Merkwürdig ist in diesem Zusammenhang auch ein Begriff wie Bildungs“abschluss“. Findet Bildung nicht lebenslang statt?

Bemerkenswert ist auch, wie Gunter Dueck (12 Jahre Mathematikprofessor in Bielefeld, anschließend bis vor kurzem IBM-Manager für „Cultural Change“) in einem kritischen Blogbeitrag zur Industrialisierung von Bildung auf die Bildungsdefinition im „Neuen Brockhaus in fünf Bänden“ von 1960 verweist:

Bildung: Der Vorgang geistiger Formung, auch die innere Gestalt, zu der der Mensch gelangen kann, wenn er seine Anlagen an den geistigen Gehalten seiner Lebenswelt entwickelt. Gebildet ist nicht, wer nur Kenntnisse besitzt und Praktiken beherrscht, sondern der durch sein Wissen und Können teilhat am geistigen Leben; wer das Wertvolle erfasst, wer Sinn hat für Würde des Menschen, wer Takt, Anstand, Ehrfurcht, Verständnis, Aufgeschlossenheit, Geschmack und Urteil erworben hat. Gebildet ist in einem Lebenskreis, wer den wertvollen Inhalt des dort über-lieferten oder zugänglichen Geistes in eine persönlich verfügbare Form verwandelt hat.“

(Gunter Dueck, in: Über Bildung, Schulvollpfropfen und Bachelorziegelsteine (Daily Dueck 168, Juni 2012)
–> http://www.omnisophie.com/day_168.html

In „Ziele von Erziehung und Bildung“ steht bei Whitehead gleich zu Beginn (S. 39) die hochaktuelle Aussage:

„Kultiviertheit ist gedankliche Aktivität, Empfänglichkeit für Schönheit und Gefühle der Menschlichkeit. Informationsfetzen haben nichts damit zu tun. Ein bloß gut informierter Mensch ist der nutzloseste Langeweiler auf Gottes Erde.“

(Alfred North Whitehead, in: Die Ziele von Erziehung und Bildung, Berlin (Suhrkamp-TB) 2012
–> http://www.suhrkamp.de/buecher/die_ziele_von_erziehung_und_bildung-alfred_north_whitehead_29615.html

Ich stieß übrigens durch die Prozesstheologie (u.a. kath. Dogmatiker Roland Faber, Wien) über die Prozessphilosophie auf den Philosophen und Mathematiker Whitehead. Interessant ist, dass die erziehungs- und bildungsphilosophischen Essays Whiteheads offenbar vor den metaphysischen Überlegungen zur Philosophie und Theologie entstanden.

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